AfD – Nützliche Idioten, die wir dennoch bennötigen

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Auch wenn die permanente Propaganda gegen Trump und die AfD sehr häufig das Gegenteil bewirkt und Sympathien weckt, verfallen wir keineswegs in eines der beiden Muster. Stattdessen verknüpfen wir das, was verknüpft werden muss und uns weiterbringt.

Wir sind keine Demokraten. Diesen Standpunkt haben wir mehr als nur einmal betont und erläutert. Wir halten nichts von dem parlamentarischen System, Wahlen und anderen Formen der Manipulation, die dem Volk vorgaukeln eine Macht zu besitzen, die in Wahrheit in den Händen der Plutokraten liegt. Demokratie ist das Prinzip der Majorität, nicht das Prinzip der Elite und das Prinzip der Fähigsten. Volksherrschaft bedeutet für uns jedoch die Herrschaft des Volkes durch seine besten Führungspersonen.

Auch deshalb halten wir nichts von dem Schauspiel in Übersee, welches exzessiv durch die Röhren der Lügen- und Verblendungsindustrie gejagt wird. Doch Wahlen sind, wenn auch kein Mittel zur Beseitigung eines Systems, immer auch eine Möglichkeit zur Analyse des Status quo. Veränderung muss, wenn auch sie niemals eintreffen wird, vorgegaukelt werden, um das Stimmvieh zu den Farbtrögen der Parteien zu locken. Welche Parolen dabei verwendet werden und auf welche Reize und Themen man setzt, zeigt auch, welches Bewusstsein und welchen Entwicklungsstand das Volk zur Zeit aufweist.

So waren die Landtagswahlen in der Bundesrepublik keineswegs ein Sieg des „Widerstandes“, dennoch aber ein Indikator für eine politische Entwicklung. Zwar wird so dem Volk erneut eine Möglichkeit gegeben, ihren Protest innerhalb einer Partei zu kanalisieren und damit verpuffen zu lassen. Eine grundlegende Methode des Systemerhalts. Andererseits erkennen wir in den Siegen der AfD eine Entwicklung des Volkes hin zur Differenzierung vom Fremden. Natürlich in den verschiedensten Abstufungen von Integrationsforderungen bis hin zum genetischen Selbstschutz durch Abgrenzung und Rückführung. Beide Faktoren sind zu beachten. Dann gehen wir einen Schritt weiter.

Die AfD kann und wird keine Veränderung bringen. Ebenso wenig die NPD, die FPÖ, die Freiheitlichen, die Front National… Diese Gruppen sind demokratische Parteien in einem demokratischen System. Und sie haben weder vor das zu ändern, noch erkennen sie gesamtheitlich die Notwendigkeit dazu. Immerhin leben sie vom System, seinen Mechanismen und Geldquellen. Sie sind tief eingebettet in einen Trott aus Sitzungen, Koalitionsgesprächen, Wahlvor- und nachbereitung, staatliche Verfassungen, überstaatliche Doktrinen, gesellschaftlich, historischen und rechtlichen Tabus.

Aber es gibt auch Personen in diesen Parteien, die als Idealisten und als Kenner der Demokratie diese beseitigen wollen und sich dazu der Mittel der Parteien bedienen. Konkret: Geld, Macht, Reichweiten usw. Das ist der eine Faktor. Der andere Faktor ist die Propaganda als Selbstläufer. Zwei Beispiele. Eine Partei positioniert sich gegen den Kapitalismus – den man im System nicht ändern kann (und will). Eine andere positioniert sich gegen die Einwanderung – den man im System ebenso wenig ändern kann (und will). Die Propaganda gaukelt dem Volk jedoch vor, dass man diese Veränderung herbeiführen könnte. Und das Volk, das diesen Parteien glaubt, übernimmt Parolen und Glaubenssätze. Auch wenn die Parteien dadurch weiter das System erhalten, haben sie im System einen Bewusstseinswandel eingeleitet, der im Rahmen des Durchlauferhitzer-Modells weiter radikalisiert wird. AfD und Co. tragen so zwar verwaschen das nach Außen, was wir in radikaler, klarer und ehrlicher Form vertreten, sie erschließen damit jedoch Massen und machen sie für uns greifbarer. Natürlich umso greifbarer, je radikaler auch die AfD agiert – zum Beispiel in dem in ihren Schlüsselpositionen unsere Vertreter sitzen. Was für die Parteien selbst nur Fassade ist, ist für uns lebensnotwendige Propaganda. Und jetzt nach Übersee.

Donald Trump ist ohne Zweifel ein populistisches Phänomen. Die meisten seiner Parolen lassen sich schnell widerlegen und entlarven. Das ist jedoch nur wenig von Belang. Es ist auch nicht wichtig, ob Trump ein Idiot oder ein Genie ist. Beides wäre möglich. Wichtig sind jedoch zwei Faktoren: Trump weiß, womit er Punkten kann und zwar mit Abgrenzung, wirtschaftlichem Protektionismus, Stärkung des Sozialwesens usw. Und noch weitaus wichtiger: Er inszeniert sich als starke Führungsperson, attackiert Tabus, vertritt unkonventionelle Positionen (z.B. zu Russland, Syrien oder dem Klimawandel). Und weil dieses Phänomen sich aus diesen Elementen zusammensetzt und auch gerade von der Ablehnung der Etablierten lebt, kann man ihm argumentativ kaum begegnen. Es ist viel mehr ein Mythos, der ihn umgibt, als ein rationales Muster, das ihn als Wahlkandidat bestätigt. Und auch Angriffe gehen zumeist nach hinten los und verklären Trump zunehmend zum einsamen Kämpfer gegen die Massenmedien und internen wie externen politischen Gegner. Das ist interessant. Denn immerhin bestätigt es, dass selbst im multikulturellen Schmelztiegel VSA eine starke Tendenz hin zu autoritären, mythischen und segregationistischen Gruppen vorhanden ist. Natürlich nicht im völkischen, sondern in diesem Falle eher faschistischen (d.h. nicht ethnischen) Verständnis.

Folgerungen: Die Tendenzen in Europa und den Vereinigten Staaten zeigen klar die Abkehr von der Ideologie der Offenheit, des Universalismus und des Liberalismus. Parteien sind ein Gradmesser, um diese Entwicklungen aufzuzeigen. Sie sind dennoch ein Kanal, um Wut und effektiven Widerstand zu verheizen und in Energie für die Mühlen der Demokratie umzuwandeln. Aber sie können auch – gerade propagandistisch – zum Selbstläufer werden und – oft gegen eigene Interessen – eine Radikalisierung herbeiführen. In diesem Sinne sind Parteien, wenn sie sich vor unseren Karren spannen lassen und unsere Positionen umspielen, nützliche Idioten, die ihren eigenen Untergang einläuten können. Herbeiführen müssen ihn aber dennoch wir.

Quelle: Etschlichter – Widerstandsbewegung in Süd-Tirol

 

Gelesen bei: https://logr.org/selbstschutz

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Ein Kommentar zu “AfD – Nützliche Idioten, die wir dennoch bennötigen

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