Und täglich grüßt das Hakenkreuz…

(Chefin: Wie gut daß das Land keine anderen Sorgen hat…)

 

Jede Regierung dieser Erde, die ihre Verantwortung gegenüber ihrem Souverän, der sie zu seiner Vertretung berufen hat, gemäß ihres abgelegten Eides ernst nimmt, fühlt sich den drängendsten wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Problemlösungen verpflichtet, stellt Not über Nonsens, Wichtigkeit über Beliebigkeit. Doch sowohl Regierung als auch Medien dieses Staates überschlagen sich geradezu wettbewerbsartig im Kniefall vorm politkulturellen Gewissenstribunal der heutigen Bundesrepublik. Insbesondere die altbekannte NS-Symbol-Problematik ruft in aller Regelmäßigkeit zutiefst weinerliche Selbstpädagogik auf den Plan.

Gab es vor kurzem im US-Bundesstaat Kalifornien eine mittelgroße Empörung über einen Schuh, dessen Sohle mehrere Hakenkreuze auf dem Schuhabdruck hinterließ, gibt es nun endlich ein deutsches Pendant, das im Bundeskäseblatt BILD vom 17. Februar direkt neben der täglichen Vergewaltigungsmeldung seinen Platz findet.

Warum findet diese abgedroschene Symbol-Tretmühle immer noch soviel Beachtung in unseren dauergelangweilten Medien dieser dauergelangweilten Gesellschaft? Muss im Zeitalter der moralisch verbindlichen “Willkommenskultur” zur Herbeipressung der bereits maßlos überstrapazierten, von vielen Menschen in großen Teilen gar nicht erst gewollten Allerweltssolidarität immer wieder aufs Neue mit solchen Meldungen nachgetreten werden?

Medien sind sich ihrer eigenen Funktion offenbar längst überdrüssig, die Geschehnisse der Zeit in angemessenen Dimensionen in ihren Publikationen abzubilden, wenn solche Unwichtigkeiten sich in der Medienöffentlichkeit Bahn brechen und auf ein und dieselbe Seite mit Sexualverbrechen gedruckt werden. Letztere gehören heute zum staubigen Zeitungsalltag, verdächtige Geometrie an Kinderspielzeugen hingegen steigert die Auflage. Zumindest glauben das die immer weiter abwirtschaftenden Medien, die sich ihrer Glaubwürdigkeit schrittweise immer weiter selbst beraubt haben. Die Geister, die ich rief.

Gelesen bei: http://www.journalalternativemedien.info

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