Medien-GAU – Merkels Schoßhunde suchen das Weite

Zwischen den deutschen Leitmedien und der Kanzlerin bahnt sich schwerer Zoff an. Die Schoßhunde im deutschen Blätterwald haben Merkel lange Zeit zuverlässig die Stange gehalten. Sie haben ihre „alternativlose“ Politik von der starrsinnigen Forcierung der EU über die Energiewende und die Flüchtlingspolitik bis hin zu dem harschen Kurs gegen Griechenland mitgetragen und viel zu oft auch regelrecht gefeiert („So mächtig wie Merkel ist keine“). Die „eiserne Kanzlerin“ haben sie sie genannt und sie zur „stärksten Frau der Welt“ gekürt. Jetzt aber haben die linkslastigen Massenmedien einen neuen Liebling. Und den heben sie noch höher in den Himmel.

Wer dieser Tage die Berichte über Martin Schulz liest, fragt sich, ob an die Spitze der SPD eine Mischung aus Popeye, Opernstar und Schwarzenegger gerückt ist. Die den Mann so beschreiben, sind übrigens dieselben Medien, die bis zum Tag der Verkündung des SPD-Kanzlerkandidaten völlig planlos waren und wochenlang auf Sigmar Gabriel getippt hatten. Was die vielen Korrespondenten in ihren Berliner Hauptstadt-Büros den ganzen Tag treiben, ist mir spätestens seitdem völlig schleierhaft.

Sei´s drum.

Jetzt hat es einen Wechsel der Lieblinge gegeben. Und der ist so heftig ausgefallen, dass wir bei FOCUS über den „Gottkanzler Schulz“ lesen können. Der „Hype“ um den „Hoffnungsträger“ ist so gewaltig, dass sich die zur Handelsblatt-Gruppe gehörende MEEDIA fragt, ob „vielen Medien professionelle Distanz“ fehlt und dass die schreibende Zunft „einem eigentümlichen Herdentrieb der Verklärung“ folgt.

Wow! Im Zusammenhang mit der Migrationskrise habe ich solche Selbstkritik nirgends gelesen, kann mich zumindest nicht erinnern. Aber ganz klar, die Botschaft lautet so: Hier kommt ein Mann, der authentisch, sympathisch, praktisch, nahbar und unschlagbar erscheint, ein Mann aus dem Volk, das perfekte Gegenbild zu Angela Merkel!

Wundert es da noch, dass die Umfragewerte – wie zuverlässig auch immer sie sein mögen – für die SPD nach oben schießen? Und dass die Zuwächse für die SPD nach der jahrelangen siamesischen Verbrüderung in der Großen Koalition zu einem guten Teil bei der Union abgezogen werden, das ist dann keine Überraschung. Die SPD schießt wieder nach oben. Diese (in Wirklichkeit äußerst fragwürdige) Wiederbelebung klingt in den Ohren des Mainstream-Medien-Publikums wie eine Kombination aus Viagra und Penisvergrößerung.

Und schon flackern die Alarmlampen

„Rot-Rot-Grün schon bei 45 Prozent“, titelt beunruhigt die FAZ und bringt auf den Punkt, was die Union dieser Tage mächtig nervös zu machen beginnt. Der Machtwechsel sei nicht ausgeschlossen und die Werte der Union sackten ab. Das klingt nach dem großen kalifornischen Erdbeben in Berlin, ein drohender Absturz der CDU/CSU in den aufbrechenden St.-Martins-Graben.

Schon kommen Warnungen, Mahnungen und Panikattacken wie die von CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn: „Die SPD ist offenbar aus einer tiefen Depression heraus auf dem Weg der Genesung … Für die Union ist das eine Chance: Wir werden klarmachen, dass wir die überzeugenderen Angebote haben und wie sich Herr Schulz aus Brüssel widerspricht – er versucht ja gleichzeitig, Regierung und Oppositionsrolle zu sein.”

Dass die Union diese Entwicklung gelassen sieht, wie an verschiedenen Stellen berichtet, glaubt natürlich kein Mensch. Sonst hätte sie nicht bei ihrem Spitzentreffen in München so ausgiebig und intensiv heile Welt zwischen den Schwesterparteien demonstriert.

Plötzlich wackelt also etwas, das bisher in Stein gemeißelt schien: „Merkels beste Truppe, die deutschen Hauptstadtjournalisten“- wie es der US-Journalist George Packer in einem Aufsehen erregenden Portrait über die „mächtigste Frau der Welt“ im November 2014 geschrieben hat – fällt von der Kanzlerin ab. Dies bahnt sich zwar schon seit Monaten durch wachsende Kritik gegenüber der Politik der Kanzlerin an. Doch jetzt nimmt die schleichende Scheidung Fahrt auf und droht zu einem GAU zu werden.

Bisher gibt es nur wenige Warnungen, dass auch ein „göttlicher“ Schulz keine ewige Strähne haben kann, wie in der SÜDDEUTSCHEN: „Doch bis zur Bundestagswahl kann sich noch viel ändern.“ Gerade weil solche Warnungen selten sind, scheint der Schulz-Hype vorerst wie ein Zug, der sich so schnell nicht aufhalten lässt.

In der Union beginnt man jetzt zu verstehen, dass die Loyalität des heimlichen dritten Partners in der GroKo – die Medien – längst nicht mehr ausgemachte Sache ist und ziemlich sichtbar bröckelt, zuerst, indem viele Journalisten jetzt auf ein neues Pferd in Berlin setzen. Zuerst kommt das Hochloben von Schulz. Und als Nächstes wird Merkel in den Fleischwolf gestopft. Der wurde in den ersten Redaktionen sicher schon aufgestellt.

Gründe dafür gibt es, wie wir wissen, in großer Zahl. Aber: Doch die Massenmedien werden sich, falls es bei diesem SPD-Auftrieb bleiben und Rot-Rot-Grün Realität werden sollte, später wieder einmal vorhalten lassen müssen, dass sie – wie schon bei der Einführung des Euro oder der Riester-Rente – auf der falschen Seite der Geschichte gestanden haben.

Denn mit Rot-Rot-Grün wird das Land endgültig an die Wand gefahren.

Gelesen bei: http://klapsmuehle-online.de

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