Amerikanisches Sondereinsatzkommando in Litauen eingetroffen

Die deutschen Medien berichten in den letzten Tagen über das Eintreffen einer großen Militärgruppierung aus mehreren tausend Soldaten und schwerer Technik in den baltischen Staaten und Polen, unter Nutzung deutscher Logistik. Niemand berichtet über das Eintreffen eines Sondereinsatzkommandos der USA in Litauen.

Wenn es militärische Bewegung in den baltischen Ländern und Polen gibt, schaut man in Kaliningrad besonders aufmerksam und misstrauisch in Richtung Westen und Norden. Warum auch nicht, denn wenn es in Russland militärische Bewegung gibt, schaut man in diesen Ländern ja auch aufmerksam Richtung Osten bzw. Süden. Und wenn die Polen und die baltischen Länder bei derartigen militärischen Bewegungen einen baldigen Überfall Russlands vermuten, so muss man doch den Russen auch zugestehen, dass sie militärische Bewegungen der „westlichen Partner“ ähnlich einschätzen.

Und so meinen Beobachter in Kaliningrad, im Auftauchen eines Sondereinsatzkommandos der USA in Litauen, mögliche Vorbereitungen für Diversionsakte in Kaliningrad oder für die Organisation und Unterstützung von Unruhen in Kaliningrad zu bemerken.

Die Russen kommentieren, dass es sich hierbei um die wichtigste militärische Struktur der USA im Bereich der Sondereinsatzkommandos handelt. Über die Stationierung der Sondereinheiten wurde in amerikanischen Medien, unter anderem in der „New York Times“ berichtet.

Der Kommandierende der Sondereinsatzkräfte, Raymond A. Thomas informierte die Zeitung, dass die winzig kleinen Armeen der drei baltischen Länder panische Angst vor dem Russen haben und deshalb dringend diese amerikanische Elitetruppe benötigen. Der russischen Seite fiel auf, dass das Interview zu diesem Sondereinsatz der Chef der Gesamtstruktur persönlich gab und nicht einer seiner Stellvertreter. Das zeugt von der besonderen Bedeutung, die die Amerikaner diesem Einsatz zuordnen – meinen die Russen.

 
Die wichtigste Aufgabe dieser Sondertruppe ist das „Führen nichttraditioneller Kriege auf dem Territorium fremder Länder“. Es geht also nicht darum, die Verteidigungskraft der Armeen der baltischen Staaten zu festigen, sondern es geht darum, dass diese Einheit, getrennt von allen anderen militärischen Formationen, Sonderaufgaben erfüllt.
 

Mit anderen, kürzeren und allen verständlichen Worten: Organisation und Durchführung von „Bunten Revolutionen“. Und wie wir alle wissen, haben die USA hier weltweit die größten Erfahrungen – von Erfolgen wollen wir lieber nicht sprechen, denn außer verbrannter Erde und vieler Toter haben diese Revolutionen, so bunt wie sie auch waren, nie etwas gebracht. Kein einziges Land ist dadurch demokratischer geworden.

Der russische Kommentator von „WESTI“ hat seine Zweifel, dass diese Spezialeinheit Flugblätter an die Balten verteilen wird, wo drinsteht, wie man sich am besten bei einem Einmarsch der Russen verhält. Auch werden keine Hackebeile ausgegeben, damit man die kleinen grünen Männchen damit auf den Kopf hauen kann.

 
Die Liste der Einsätze dieser Truppe (Mannschaftsstärke geschätzte 56.000 Mann und im Jahre 2010 in 75 Staaten aktiv) ist lang und bestätigt, dass man sich mit Diversion beschäftigt.

Nun ist es natürlich trotzdem etwas schwer sich vorzustellen, wie diese Diversionskräfte heimlich über die gut bewachte Grenze ins Kaliningrader Gebiet gelangen könnten. Obwohl, die Schmuggler von Zigaretten und Alkohol schaffen es ja auch und andere, wie z.B. der Franzose, der vor einem Monat im russischen Grenzstreifen zu Polen ohne Papiere, dafür aber mit Geo-Karte und Kompass aufgegriffen wurde, hat es auch geschafft, sich aber wohl nur ein wenig dumm angestellt. Gut geschulte Kräfte könnten es durchaus schaffen unbemerkt nach Kaliningrad zu gelangen.

Aber es gibt noch andere Überlegungen. Müssen diese Sonderkommandos denn eigentlich nach Kaliningrad eindringen, um hier eine Situation zu schaffen, ideal um die Bevölkerung auf die Straße zu bringen und soziale Unruhen zu organisieren? Nein, müssen sie nicht. Erinnern wir uns, dass die einzige Zugverbindung zum russischen Mutterland durch Litauen verläuft. Ein kleiner Erdrutsch in Litauen kann diese Bahnlinie für lange Zeit nicht nutzbar machen.

Karte: Zugverbindung vom russischen Mutterland nach Kaliningrad
 
Erinnern wir uns, dass Kaliningrad von Stromverbund Russland-Weißrussland-Litauen-Lettland-Estland“ abhängt. Ein Unglücksfall kann viele Strommasten in Litauen knicken lassen und schon ist Kaliningrad energietechnisch isoliert.
 
Karte: Energieverbund in Osteuropa
 
Erinnern wir uns, dass die Gasleitung „Minsk-Vilnius-Kaunas-Kaliningrad“ ein Leck in Litauen bekommen könnte und schon steht Kaliningrad ohne Gas da. Ohne Gas wird auch die Eigenproduktion von Strom unmöglich und so geht in Kaliningrad ganz schnell das Licht aus und die Wohnungen werden kalt. Und wenn man kein Strom und keine Wärme in der Wohnung hat, dann muss man halt auf die Straße gehen und sich dort warm machen – oder?
 
 
Karte: Gasversorgung Kaliningrad über Drittstaaten
 
Und wenn einem Menschen mit ausgeprägter Phantasie (so wie mir) diese auch noch ein wenig durchgeht, dann erinnert er sich daran, dass Kaliningrad zwei empfindliche Punkte in der Seelogistik hat: Die Einfahrt von der Ostsee in das Haff und am Ende des Haffs beginnt der Seekanal der nach Kaliningrad führt. Wenn an einem dieser beiden neuralgischen Punkte nun zufällig ein Schiff eine Havarie hat und untergeht, könnte die Erreichbarkeit der Häfen wohl mit Schwierigkeiten verbunden sein.
Karte: Kaliningrader Erreichbarkeit über die Ostsee
 
Und nach all dem Elend braucht man den Kaliningradern nur irgendwie klarzumachen, wie gemütlich es doch damals im idyllischen Königsberg war – also zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo im August 1944 die Engländer die Stadt in Grund und Boden bombardierten. Damit auch alle erfahren, wie die Bürger damals im Königsberger Paradies bis zu diesem August gelebt haben, gibt es genügend russische Aktivisten, die zwar niemals in Königsberg gelebt haben, aber die bestens Bescheid wissen und den Leuten von der germanischen Vergangenheit und vielleicht auch Zukunft alles erzählen.
 
Aber sicher sehe ich viel zu schwarz und rede wieder die Wölfe herbei. Aber ich lese russische Medien und mache mir meine Gedanken – so wie alle anderen auch.
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