Stasi 2.0 auf allen Demonstrationen – Dank deinem Smartphone

Das Smartphone muss überall mit. Heute, vor 10 Jahren, kam das große Ei in die Welt: genannt iPhone und dem schlossen sich alle Handyhersteller an – oder überlebten nicht. Das man damit auf Freiheit verzichtete, ist ebenso erwiesen, wie geplant.

Wie auf Facebook, VK oder in den E-Mails: der Staat liest mit. Nicht immer, aber oft und viel – und ungefragt. Das Smartphone erleichtert die Überwachung. Nicht nur Gespräche können mitgehört, SMS und Whatsapp mitgelesen werden. Die Überwachungsbehörden nutzen wie Google oder Facebook das Smartphone als erste Informationsquelle:

Wo warst du, wo kaufst du ein, mit wem triffst du dich und vor allem wann. Informationen, die das Bewegungsprofil mit wenigen Klicks auswerten lassen. Wer mag, kann sich selbst per Google prüfen. Und das ist längst nicht alles, denn das Handy ist immer an. Selbst wenn man es ausgeschaltet hat! 

Man fragt sich, wem das nützt. Wem nützt die ausgeschaltete Webcam am Laptop? Richtig!

Die Seite Selbstschutz hat ein Datenblatt bereitgestellt, auf dem Anmerkungen gemacht werden, wie man sich schützen kann. Das mobile Telefon am Besten zu hause lassen, wenn man auf Demonstrationen oder zu Stammtischen geht. Oder, wenn man nicht mehr ohne Mobilnetz kann: Sim-Karte entfernen und Handy aus! Mindestens 30 Minuten vor der Veranstaltung. Und 30 Minuten nach der Veranstaltung erst wieder SIM-Karte einsetzen und einschalten! Natürlich erst dann, wenn man den Ort verlassen hat – und vielleicht sich dort befindet, wo alles gut ist: am Rathaus, auf einem Feld. Irritation ist die erste Hilfe.

Denn die staatlichen Behörden setzen mittlerweile mobile Funkzellen ein – was früher gegen sogenannte Piratensender half, nutzt man heute gegen mündige Bürger, die ihre Rechte wahrnehmen. Die sogenannten IMSI-Catcher (International Mobile Subscriber Identity) dienen der eindeutigen Identifizierung von SIM-Karten (Subscriber Identity Module). Wikipedia formuliert:

Das Gerät arbeitet dazu gegenüber dem Mobiltelefon wie eine Funkzelle (Basisstation) und gegenüber dem Netzwerk wie ein Mobiltelefon; alle Mobiltelefone in einem gewissen Umkreis buchen sich bei dieser Funkzelle mit dem stärksten Signal, also dem IMSI-Catcher, ein. Der IMSI-Catcher simuliert also ein Mobilfunknetzwerk.

Dabei werden allerdings auch Daten Unbeteiligter im Funknetzbereich des IMSI-Catchers erfasst, ohne dass diese es erfahren. Der IMSI-Catcher legt darüber hinaus unter Umständen den gesamten Mobilfunkverkehr der betroffenen Mobiltelefone lahm, sodass auch Notrufe nicht möglich sind.

IMSI-Catcher werden hauptsächlich zur Bestimmung des Standortes und zum Erstellen eines Bewegungsprofils von Personen benutzt. Eingesetzt werden IMSI-Catcher von Strafverfolgungsbehörden und Nachrichtendiensten.

Die jeweilige IMSI wird einmalig weltweit vergeben und auf jeder SIM-Karte integriert. Diese „Schwachstelle“ ermöglicht Behörden eine Überwachung, ohne das die Diensteanbieter (Eplus/O², Vodaphone, Telekom) eingeweiht werden müssen – und ohne das der Nutzer davon etwas mitbekommt. Technische Details erklärt der Kuketz Blog.

Überwachungswagen der Behörden (Bild: Selbstschutz)

Wer auf Demonstrationen – oder am Strassenrand – ein Fahrzeug sieht, das eine merkwürdige Antenne auf dem Dach aufgebaut hat, der sollte besonders achtsam sein! Fahrzeuge werden immer öfter mit Biometriescanner, Kamera, Infrarot-Platzausleuchtung für Filmaufnahmen bei Tag und Nacht sowie Telefonüberwachung mittels integriertem IMSI-Catcher ausgestattet. Aber auch auf Häuserdächern werden diese Apparaturen aufgebaut. Die Bevölkerung hat nichts dagegen. Immerhin „schützt“ man durch Überwachungsmittel uns ja vor dem ISlamistischen Terror. Wirklich?

Doch es muss nicht immer eine Antenne zu sehen sein. Wie bei Radarkontrollen wird auch hier getarnt. So wurden bereits verkabelte Dachkoffer entdeckt. Aber es muss nicht einmal mehr ein Auto sein!

Die IMSI-Catcher können auch direkt am Körper, zum Beispiel in der Schutzweste, getragen werden, wie Ars-Technica zeigt. Die israelischen Firma „Septier“ hat einen IMSI-Catcher in Funkgerätgröße entwickelt. Beim ersten Blick auf das Gerät vermutet man einen analogen Weltradioempfänger.

body-worn “IMSI catcher” (Bild: Ars Technica)

Übrigens, diese Catcher sind die totale Überwachung: Innerhalb von wenigen Minuten können alle Inhalte des Handys ausgelesen werden und wurde einmal das Smartphone überwacht, so ist es jederzeit „abhörbereit“. Nicht umsonst ist in Deutschland, anders als in US-Amerika, ein Prepaid-Handy nur mit der Abgabe aller persönlichen Daten zu kaufen und ein Weiterverkauf zumeist untersagt.

Während Deutschlands Medien sich auf die NSA und ihre Abhöraktionen konzentrierten, hat man weltweit aufgerüstet. In der BRD ebenso wie in der Ukraine. Hier konnte man durch diese technischen Möglichkeiten den Aufstand am Maidan kontrollieren – wenn nicht sogar leiten! Nach Heise.de kann jeder einen Catcher aufbauen – für nur 1500€. Dies bedeutet, das nicht nur Behörden, wie BND, Polizei, NSA, FBI …  auf unsere Daten zugreifen können – sondern jeder, der uns nicht gut gewillt ist! Ohne Gerichtsbeschluß, ohne Kontrollinstanz, ohne jemanden zu fragen!

Umso mehr sollte man auf die bereits erwähnten kleinen, kostenfreien und schnell durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen zurückgreifen – und andere auf diesen Artikel (oder das Datenblatt, das unregelmässig aktualisiert wird) hinweisen.

Doch auch rechtlich wurden alle Türen geöffnet, wie Wikipedia berichtet:

In Deutschland ist der am 14. August 2002 in Kraft getretene § 100i der Strafprozessordnung die Rechtsgrundlage für den Einsatz eines IMSI-Catchers durch Strafverfolgungsbehörden. Die Vorschrift dient unter anderem der Fahndung sowie der Begründung von Sachbeweisen. In einem Beschluss vom 22. August 2006 bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Vereinbarkeit des Einsatzes von IMSI-Catchern zur Strafverfolgung mit dem Grundgesetz. Nach Ansicht der Richter verstößt dieser Einsatz weder gegen Datenschutzbestimmungen noch gegen Grundrechte wie das Fernmeldegeheimnis oder das allgemeine Persönlichkeitsrecht.

In Österreich ist die Verwendung des IMSI-Catchers durch eine Novelle des Sicherheitspolizeigesetz seit 1. Januar 2008 auch ohne richterliche Erlaubnis möglich. Da dies eine enorme Bedrohung der Privatsphäre darstellt, initiierten Die Grünen eine Petition, die eine erneute Prüfung dieser Gesetzesänderung verlangte; jedoch wurde dieser Forderung von den zuständigen Ministerien nicht nachgegangen. Eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Alexander Zach (Liberales Forum) an den damaligen Innenminister Günther Platter ergab, dass innerhalb der ersten vier Monate, also von Januar bis April 2008 bereits über 3800 Anfragen (32 Mal pro Tag) zur Überwachung von Mobiltelefon und Internet erfolgten.

Gelesen bei: https://brd-schwindel.org

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