„Europäische Union befindet sich wie einst die DDR im Endstadium“

 

Der Ökonom Max Otte gehört zu den wenigen Börsenanalysten, die den Finanzcrash von 2008 vorausgesagt hatten. Mit der Wirtschaftswoche sprach er über aktuelle Entwicklungen. Hoffnungen setzt Otte dabei auf Donald Trump, für Europa sieht er schwarz.

Im eigentlich erfolgreichen Börsenjahr 2006 sorgte der deutsch-amerikanische Ökonom und Fondsmanager Max Otte für Aufsehen. Er veröffentlichte ein Buch mit dem Titel „Der Crash kommt“ und sollte zwei Jahre später durch den Ausbruch der globalen Finanzkrise bestätigt werden.

Seit dieser Zeit gilt er in der Finanzwelt als Analyst mit dem „sechsten Sinn“ und seinen Einschätzungen wird ein hohes Maß an Bedeutung beigemessen, insbesondere wenn es um das frühzeitige Erkennen krisenhafter Entwicklungen geht.

Jüngst hat die Wirtschaftswoche mit Otte gesprochen und ihn nach seinen Gedanken zur weltpolitischen Lage und zum Börsenumfeld am Ende des turbulenten Jahres 2016 befragt. Anders als vor zehn Jahren rechnet der Analyst diesmal nicht mit einem Zusammenbruch des Finanzsystems. Er sieht eine Reihe fataler Fehlentwicklungen, die sich auf Europa beziehen, aber auch einen großen Silberstreifen der Hoffnung für die Weltwirtschaft am Horizont: die kommende Präsidentschaft Donald Trumps.

Vor allem außenpolitisch habe die Wahl des Immobilienmagnaten zum Präsidenten das Potenzial für eine Deeskalation geschaffen. Gegenüber der WiWo äußerte Otte:

Ich war nach der Wahl Trumps riesig erleichtert. Clinton hätte die Konfrontation mit Russland und Syrien verschärft. Clinton war auf Kriegskurs, heftiger als Obama. Für mich steht Trump viel eher für Frieden als Clinton. Vor allem strebt Trump eine Entspannung mit Russland an.

Trump habe gewonnen, weil er schonungslos den Finger auf die Wunden der USA gelegt und dabei keine Rücksicht auf die politische Elite genommen habe. Auch zu Syrien habe er „sehr kluge Dinge gesagt“, unter anderem, dass es notwendig sei, Waffenlieferungen an die so genannten „Rebellen“ zu stoppen und Syriens Präsidenten Baschar al-Assad weiterhin im Amt zu belassen.

Warum auch sollte er fundamentalistische Islamisten gegen einen gemäßigten, autoritären Herrscher wie Assad unterstützen? Syrien war einer der fortschrittlichsten Staaten der Region mit Gewerbe- und Religionsfreiheit, natürlich auch autoritären Zügen, aber um Lichtjahre humaner und fortschrittlicher als etwa die in vielerlei Hinsicht mittelalterliche saudische Dynastie, die 3.000 Prinzen und ihre Sippen ernähren muss. Das ist ja gar kein Vergleich. Haben Sie mal das aktuelle Assad-Interview mit einem Schweizer Journalisten gesehen? Ein intelligenter Staatsmann.

Innenpolitisch traut Otte des Trump zu, „Amerika aus einer Phase der Spaltung und der institutionalisierten Korruption heraus zu mehr Einigkeit zu führen“. Wie auch Ex-Außenminister Henry Kissinger bestätigt, sei der Geschäftsmann „der Präsident mit dem geringsten Gepäck seit über 100 Jahren“ und keinen Lobbys oder Geldgebern verpflichtet. Zudem stehe Trump „auf jeden Fall für eine größere Autorität des Staates gegenüber den großen Konzernen“.

Weitgehend schwarz sieht Otte hingegen für Europa. Während die USA europäische Unternehmen wie VW, Siemens oder die Deutsche Bank mit einem regelrechten Wirtschaftskrieg überziehen, glänze die EU durch „direkten sozialistischen Staatsinterventionismus“ und treibe den gesamten Kontinent in eine Planwirtschaft mit angeschlossenem Überwachungsstaat.

Der Kampf gegen das Bargeld, die Schleusenöffnungspolitik der Notenbanken, Bankenrettungspakete und groß angelegte Marktmanipulationen wie der Ankauf von Unternehmensanleihen durch die EZB lasse „nahezu totalitäre Maßnahmen“ erkennen.

Otte selbst hat die Petition rettet-unser-bargeld.de ins Leben gerufen, die bereits von 11.000 Bürgern, darunter namhaften Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, unterzeichnet worden war.

Der Ökonom begründet die aus seiner Sicht besondere Brisanz dieses Themas mit folgenden Worten:

Das Ganze hat vor allem das Ziel, Negativzinsen besser durchsetzen zu können sowie die insolventen Staaten und das marode Bankensystem besser sanieren zu können. Nebenbei setzt man auch noch den Überwachungsstaat durch und eröffnet den E-Commerce-Unternehmen riesige Datenmengen, weil die Bürger nur noch elektronisch bezahlen. Bargeld wäre die Rote Karte, welche die Bürger dieser Politik zeigen könnten. Also muss man die rote Karte aus dem Verkehr ziehen. Das ist wie die DDR im Endstadium.

Ein absehbares Scheitern der EU sieht Otte nicht, da die Entschlossenheit der politischen Kaste, marode Banken und in die Krise rutschende Mitgliedsländer durch noch mehr Staatsinterventionismus um jeden Preis zu „retten“, ungebrochen sei. Es werde deshalb voraussichtlich zu keinem großen Crash kommen, sondern zu einem „Einfrieren zunehmend zwangsadministrierter Märkte“.

Leidtragende werden am Ende jedenfalls die Besitzer von Geldvermögen sein – derer es in Deutschland überdimensional viele gebe:

Immer mehr Teile im System können nur noch mit Gewalt bewegt werden. Es droht nicht der eine große Crash, sondern eine Vielzahl kleiner, kontrollierter Explosionen, wie aktuell im italienischen Bankensektor. Die Situation hat sich nicht groß geändert: Es gibt zu viele Geldforderungen auf der Welt, zu viele Schulden, zu viel Liquidität – und die muss zurückgeführt werden. Die Besitzer von Geldvermögen sind noch immer die Gekniffenen. Und das sind auch die Deutschen: die haben noch immer über 80 Prozent ihres Vermögens in reinen Geldforderungen wie Bankkonten, Sparprodukten oder Lebensversicherungen.

Otte rät daher auch Anlegern, sich aus Geldwerten wie Anleihen, Festgeld oder Lebensversicherungen zurückzuziehen. Stattdessen wären Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Edelmetalle sinnvolle Investitionen.

Gelesen bei: www.brd-schwindel.org

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2 Kommentare zu “„Europäische Union befindet sich wie einst die DDR im Endstadium“

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