Deportation auf europäisch

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Ein ganz heißes Eisen, das da eine russische Autorin anpackt: Die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten ab 1945 – bisher nicht nur in Rußland, sondern vor allem auch in den ach so demokratischen „neuen EU-Mitgliedsstaaten“ Osteuropas stets „ausgespart“ und verschwiegen.

Interessant und sehr mutig, denn die „offizielle“ russische Geschichtsschreibung ist in diesen Fragen noch extrem „zurückhaltend“…

Wollen wir aber bitte nicht vergessen, daß dazu auch in der hiesigen Rezeption eine ganze Reihe von Fragen offen bleibt, zum Beispiel: wenn die deutsche Besatzung der Tschechei ohne große Unterdrückungsmaßnahmen abgelaufen sein soll, wie das von so manchen heutzutage ernsthaft behauptet wird – warum sind dann Tschechen und Polen wie Tiere über die Flüchtlingstrecks der Deutschen hergefallen und haben die Menschen drangsaliert, erniedrigt, erschlagen und vergewaltigt?
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 1.12.2016


Nach dem Krieg haben sich die Osteuropäer wie eine Schar hungriger Hunde auf die Deutschen gestürzt

Die Deportation der Deutschen aus Osteuropa war die größte Massendeportation des 20. Jahrhunderts – aber die Europäer schweigen jetzt darüber. Jetzt sind sie „kulturvoll“ und „aufgeklärt“. Früher waren sie grausame Raubtiere, aber das gilt nicht mehr.

Das war ja früher…

aus einer offiziellen BRD-Broschüre vom Juli 1954
aus einer offiziellen BRD-Broschüre vom Juli 1954

Die Deportation der Deutschen aus Osteuropa

Das ist nicht der nette Stalin. Das ist Deportation auf europäisch.

Autor – Klim Podkowa, 29. November 2016

Wenn man das Wort „Deportation“ hört, dann nicken die meisten (russischen) Leute mit dem Kopf:

„Klar doch, haben wir von gehört: Stalin, Krimtataren, Kaukasus-Völker, Wolga-Deutsche, Koreaner im Fernen Osten…“

 Flüchtlinge – Volksdeutsche, die aus Tschechien fliehen. 1945
Flüchtlinge – Volksdeutsche, die aus Tschechien fliehen. 1945

 

Unser Bericht wird von der Deportation der Deutschen aus dem Ländern Osteuropas am Ende des Zweiten Weltkrieges handeln. Obwohl dies die größte Massendeportation des 20. Jahrhunderts war, ist aus unverständlichen Gründen es heute in Europa nicht üblich, davon zu sprechen.

(Übrigens, der Zweite Weltkrieg wurde im Jahre 1939 durch die Polen begonnen! Im Artikel „Wie Polen im Jahre 39 Deutschland angegriffen hat“ sind alle erforderlichen Beweise angeführt – die Redaktion von Webnovosti)

Die verschwundenen Deutschen

Die Karte Europas wurde immer wieder neu umgearbeitet. Beim Ziehen neuer Grenzlinien haben die Politiker am wenigsten an die Menschen gedacht, die auf diesem Land lebten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dem besiegten Deutschland von den Siegermächten bedeutende Territorien abgenommen, natürlich einschließlich der Bevölkerung. 2 Millionen Deutsche waren in Polen, 3 Millionen in der Tschechoslowakei. Insgesamt 7 Millionen der ehemaligen Bürger standen plötzlich außerhalb Deutschlands.

Viele europäische Politiker (der Premierminister Großbritanniens Lloyd George, der Präsident der VSA Wilson) warnten davor, daß eine solche Neuaufteilung der Welt die Gefahr eines neuen Krieges in sich trägt. Und sie hatten mehr als recht. (heute wissen wir, daß dies mit voller Absicht geschah, das heißt: es wurde der nächste Krieg gegen das deutsche Volk so „programmiert“ in Versailles – d.Ü.)

Die Unterjochungen der Deutschen (tatsächliche und angebliche) in der Tschechoslowakei und Polen wurden ein hervorragender Vorwand für die Entfesselung des Zweiten Weltschlachtens. Im Jahre 1940 (es war natürlich 1938 – d.Ü.) kamen die hauptsächlich von Deutschen bewohnten Sudetengebiete der Tschechoslowakei und der polnische Teil Westpreußens mit dem Zentrum um Danzig (Gdansk) zu Deutschland hinzu. (ebenso danach das Memelland – d.Ü.)

Nach dem Kriege wurden diese von Deutschland okkupierten (wie bitte? Verträge wie das Münchener Abkommen waren also eine Okkupation? – d.Ü.) Territorien mit der darin kompakt wohnenden deutschen Bevölkerung an die ehemaligen Besitzer zurückgegeben.

(diese Aussage ist zumindest sehr sonderbar – denn diese „Besitzer“ waren doch – wie gerade erst dargelegt – völlig willkürlich von Fremdmächten „festgelegt“ worden – d.Ü.)

Mit der Entscheidung der Potsdamer Konferenz wurden zusätzlich deutsche Gebiete, in denen nochmals 2,3 Millionen Deutsche lebten, an Polen übergeben.

(allerdings wurden alle Gebiete, auch Königsberg an Rußland, nur ZUR VERWALTUNG übergeben, nicht zum Eigentum, was hier schamhaft verschwiegen wird; auch die „Rechtmäßigkeit“ dieser Maßnahme wird hier nicht bezweifelt – darf wohl noch nicht – d.Ü.)

 BRD-Broschüre vom Juli 1954
BRD-Broschüre vom Juli 1954

Aber es sind noch nichtmal 100 Jahre vergangen, daß sich über 4 Millionen polnische Deutsche spurlos aufgelöst haben. Nach den Daten der Volkszählung 2002 haben sich von 38,5 Mio. polnischen Bürgern nur 152 Tausend als Deutsche bezeichnet. In der Tschechoslowakei lebten bis 1938 3,3 Millionen Deutsche, im Jahre 2011 waren es in Tschechien noch 52 Tausend.

Wohin sind diese Millionen Deutschen verschwunden?

Das Volk als Problem

Die auf den Territorien der Tschechoslowakei und Polens lebenden Deutschen waren durchaus keine unschuldigen Schäfchen. Die Mädels begrüßten die Soldaten der Wehrmacht mit Blumen, die Männer hoben die Hand zum nazistischen Gruß und riefen „Heil!“. Während des Krieges waren die Volksdeutschen eine Stütze der deutschen Administration, hatten hohe Posten in den örtlichen Verwaltungen inne, nahmen an Vergeltungsaktionen teil und lebten in Häusern und Wohnungen, die man von Juden konfisziert hatte.
(diese letzte Aussage ist zumindest fragwürdig, da alle Sudetendeutschen auch vor dem Kriege schon eigene Häuser und Wohnungen bewohnt hatten – warum sollten sie in Judenhäuser einziehen? das werden also eher Einzelfälle gewesen sein, wenn jemand den Hals nicht voll genug kriegen konnte, sowas gibt’s ja immer und überall – d.Ü.)

Verständlich daß die örtliche Bevölkerung diese haßte.
(auch hier wieder erstaunliche Verdrehungen – wer war denn die „örtliche Bevölkerung“ in den Sudetengebieten? doch die Sudetendeutschen, oder? wie auch weiter unten zugegeben… Und wie „beliebt“ die Juden unter den osteuropäischen Völkern waren, davon zeugen die Judenpogrome und die Juden-Ghettos in Polen und der Tschechei VOR dem Kriege – d.Ü.)

Die Regierungen der befreiten Polen und Tschechoslowakei haben in der deutschen Bevölkerung begründet eine Bedrohung der zukünftigen Stabilität ihrer Staaten gesehen.
(erneut eine Logelei – die „neuen“ Gebiete waren zur Verwaltung an die jeweiligen Staaten übergeben worden, bis zu einem endgültigen Friedensvertrag, d.h. eine Rückgabe stand jederzeit im Bereich des Möglichen – d.Ü.)

Als Problemlösung in deren Verständnis wurde die Vertreibung der „fremdvölkischen Elemente“ aus dem Lande angesehen. (nanu, „faschistische“ Ausdrucksweisen bei den angeblichen Gegnern des Faschismus? – d.Ü.)

Allerdings war für die Massendeportation (eine Erscheinung, die bei den Nürnberger Prozessen verurteilt wurde!) die Zustimmung der Großmächte erforderlich. Und ein solche Zustimmung wurde erteilt. (sehr mutig, diese Aussage, denn auch die Sowjetunion stimmte zu – d.Ü.)

Im Abschlußprotokoll der Berliner Konferenz der Drei Großmächte (Potsdamer Vereinbarung) sah der Punkt XII die zukünftige Deportation der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei, Polen und Ungarn nach Deutschland vor. Dieses Dokument wurde vom Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare der UdSSR Stalin, dem VSA-Präsidenten Truman und dem Premierminister Großbritanniens Attley unterzeichnet. Der Wink war erfolgt.
(der zu dieser Zeit bereits stattgefundene Völkermord an den fliehenden, vertriebenen Deutschen WÄHREND der letzten Kriegsmonate sollte wohl dadurch nachträglich einen Anstrich von „offizieller Sanktionierung“ erhalten – d.Ü.)

Tschechoslowakei

Die Deutschen waren in der Tschechoslowakei anzahlmäßig das zweitstärkste Volk, sie waren mehr als Slowaken, jeder vierte Einwohner des Landes war ein Deutscher. Der größte Teil lebte in den Sudeten und in den Grenzgebieten mit Österreich, wo sie mehr als 90% der Bevölkerung stellten. (sic!)

Die Rache der Tschechen an den Deutschen begann sofort nach dem Sieg. Die Deutschen mußten:
– sich regelmäßig bei der Polizei melden, sie hatten kein Recht zum eigenständigen Wohnortwechsel;
– sie mußten eine Armbinde mit dem Buchstaben „N“ (für „nemiec“ = Deutscher) tragen:
– einkaufen gehen durften sie nur zu für sie festgelegten Zeiten;
– ihnen wurden das bewegliche Vermögen abgenommen: Autos, Motorräder, Fahrräder;
– ihnen wurde die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel untersagt;
– ihnen wurde verboten, Radios und Telefone zu besitzen.

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Dies ist eine unvollständige Liste, es sollen nur noch zwei Punkte herausgehoben werden: den Deutschen wurde verboten, auf öffentlichen Plätzen deutsch zu reden und – die Bürgersteige zu benutzen!

Bitte lest diese Punkte nochmal durch, es ist schwer zu glauben, daß diese „Regeln“ in einem europäischen Land eingeführt wurden.

Diese Ordnung und Beschränkungen in Bezug auf die Deutschen wurden von den örtlichen Organen eingeführt, und man könnte dies als lokale Übertreibungen ansehen und der Dummheit einzelner übereifriger Beamter zuschreiben, aber sie waren nur das Echo der Stimmungen, die ganz oben herrschten.

Im Verlaufe des Jahres 1945 hat die von Edward Benesch geführte Tschechoslowakische Regierung sechs Dekrete in Bezug auf die Tschechischen Deutschen angenommen, welche diesen die landwirtschaftlichen Flächen, die Staatsbürgerschaft und das gesamte Eigentum abnahmen.

Zusammen mit den Deutschen kamen auch die Ungarn, die auch zu den „Feinden des Tschechischen und slowakischen Volkes gezählt wurden, unter die Repressionswalze. Wir erinnern nochmals, daß die Repressionen nach dem Nationalitäts-Kennzeichen gegen alle Deutschen erfolgten.

Deutscher? Also schuldig.

Bei der einfachen rechtlichen Unterjochung der Deutschen blieb es nicht. Durch das Land rollte eine Welle von Pogromen und gerichtslosen Gewaltakten, hier nur die bekanntesten:

Der Brünner Todesmarsch

Am 29. Mai hatte das Landesnationalkomitee der Stadt Brno (deutsch Brünn) einen Beschluß über die Ausweisung der in der Stadt lebenden Deutschen gefaßt: Frauen und Kinder sowie Männer im Alter bis 16 und über 60.

Das ist kein Druckfehler: die arbeitsfähigen Männer sollten bleiben und für die Beseitigung der Kriegsfolgen sorgen (d.h. als kostenlose Arbeitskräfte).

Die Ausgewiesenen durften nur das mit sich führen, was sie mit den Händen forttragen konnten. Die Deportierten (etwa 20 Tausend) wurden in Richtung der österreichischen Grenze getrieben.

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Beim Dorf Pogorzhelice wurde ein Lager eingerichtet, wo eine „Zollkontrolle“ durchgeführt wurden, d.h. die Deportierten wurden hier nochmals beraubt.

Die Menschen sind sowohl auf dem Wege wie auch im Lager gestorben. Heute sprechen die Deutschen von 8 Tausend Toten. Die tschechische Seite, die den Fakt des „Brünner Todesmarsches“ als solchen nicht negiert, nennt eine Opferzahl von 1690.

Die Prscherover Erschießung

In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni (1945) wurde in der Stadt Prscherov von einer Abteilung der tschechischen Spionageabwehr ein Eisenbahnzug mit deutschen Flüchtlingen angehalten. 256 Menschen (71 Männer, 120 Frauen und 74 Kinder) wurden erschossen, ihr Eigentum geraubt. Der Kommandeur der Aktion, Leutnant Pasur, wurden nachfolgend verhaftet und verurteilt.

Das Gemetzel von Usti

In Usti-nad-Labem geschah am 31. Juli eine Explosion in einem der militärischen Lager. Es starben 27 Mann. In der Stadt entstand das Gerücht, daß diese Aktion vom „Werwolf“, dem deutschen Untergrund durchgeführt wurde. In der Stadt begann man, die Deutschen zu jagen, sie waren ja auch leicht an der Armbinde mit dem „N“ zu erkennen. Die Ergriffenen wurden verprügelt, umgebracht, von der Brücke in die Elbe geworfen und im Wasser beschossen. Offiziell wurde von 43 Opfern berichtet, heute sprechen die Tschechen von 80 – 100, die Deutschen bestehen auf 220 Toten.

Die Vertreter der Alliierten äußerten ihre Unzufriedenheit mit der Eskalation der Gewalt bezüglich der deutschen Bevölkerung, und im August begann die Regierung, deren Deportation zu organisieren. Am 16. August wurde ein Beschluß gefaßt über die Ausweisung der restlichen Deutschen aus dem Gebiet der Tschechoslowakei.

Im Innenministerium wurde ein spezielle Abteilung „Aussiedlung“ gebildet, das Land wurde in Kreise eingeteilt und in jedem davon wurde ein Verantwortlicher für die Deportation festgelegt.

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Im Lande wurden Marschkolonnen aus den Deutschen zusammengestellt. Zum Sammeln wurde zwischen einigen Stunden und einigen Minuten Zeit gegeben. Hunderte, Tausende Menschen, begleitet von bewaffneten Wachen, liefen die Straßen entlang und schoben vor sich her Wägelchen mit ihrer übrigen Habe.

Bis Dezember 1947 wurden 2.170 Tausend Menschen aus dem Land vertrieben. Endgültig wurde die „deutsche Frage“ in der Tschechoslowakei 1950 abgeschlossen. Nach verschiedenen Angaben (genaue Zahlen gibt es nicht) wurden zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen deportiert. (soso, nichts genaues weiß man nicht – sehr sonderbar, in einem Land, das doch ziemlich genau sein kann, wenn es um die angeblich im Kriege angerichteten Schäden oder angeblich geraubte Kunstschätze ging – d.Ü.)

Das Land war seine deutsche Minderheit losgeworden.

Polen

Zum Ende des Krieges lebten auf dem Territorium Polens mehr als 4 Millionen Deutsche. Der größte Teil davon lebte auf den Territorien, die Polen 1945 (zur Verwaltung – das wollen wir doch bitte nicht vergessen – d.Ü.) übergeben wurden und die früher Teile der deutschen Gebiete Sachsen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, West- und Ost-Preußen gewesen waren. Wie auch die tschechischen Deutschen wurden die polnischen in absolut rechtlose Personen ohne Staatsbürgerschaft verwandelt, die absolut schutzlos jeder Willkür ausgeliefert waren.

Wie die vom polnischen Ministerium der gesellschaftlichen Administration zusammengestellte „Niederschrift über die rechtliche Stellung der Deutschen auf dem Territorium Polens“ vorsah, mußten die Deutschen kennzeichnende Armbinden tragen, waren in ihrer Mobilität eingeschränkt und hatten gesonderte Personenpapiere.

Am 2. Mai 1945 unterschrieb der Premierminister der provisorischen polnischen Regierung Boleslaw Berut eine Anweisung, nach der das gesamte von Deutschen zurückgelassene Eigentum automatisch in die Hände des polnischen Staates überging. In die neu erhaltenen Gebiete zogen polnische Umsiedler.

Das gesamte deutsche Eigentum wurde von ihnen als „zurückgelassen“ angesehen, sie nisteten sich in deutsche Häuser und Dörfer ein, vertrieben die Hausherren in die Pferde- und Schweineställe, auf den Heuboden und den Dachboden.

Wer damit nicht einverstanden war, der wurde sehr schnell daran erinnert, daß sie Besiegte seien, und keinerlei Rechte hätten.

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Die Politik des Herausdrängens der deutschen Bevölkerung zeigte ihre Früchte, lange Flüchtlingskolonnen zogen gen Westen. Die deutsche Bevölkerung wurde nach und nach durch Polen ersetzt. Am 5. Juli 1945 übergab die UdSSR die Stadt Stettin an Polen, wo 84 Tausend Deutsche und 3,5 Tausend Polen lebten. Bis Ende 1946 gab es in der Stadt 100 Tausend Polen und 17 Tausend Deutsche.

Am 13. September 1946 wurde das Dekret über die „Abtrennung der Personen deutscher Nationalität vom polnischen Volk“ unterzeichnet. Wenn davor die Deutschen durch die Schaffung unmöglicher Lebensbedingungen aus Pollen hinausgedrückt worden waren, so wurde jetzt eine „Reinigung des Territoriums von unerwünschten Elementen“ zum Staatsprogramm.

Allerdings wurde eine großräumige Deportation der deutschen Bevölkerung aus Polen immer wieder verschieben. Es war so, daß noch im Sommer 1945 begonnen wurde, für die erwachsene deutsche Bevölkerung „Arbeitslager“ zu schaffen. Die Internierten wurden zur Zwangsarbeit herangezogen, und Polen wollte lange Zeit nicht von diesen kostenlosen Arbeitskräften lassen.

Nach den Erinnerungen der ehemaligen Insassen waren die Existenz-Bedingungen in diesen Lagern grauenhaft, der Anteil Sterbefälle sehr hoch. Erst im Jahre 1949 beschloß Polen, seine Deutschen loszuwerden, und zu Beginn der 50er Jahre war diese Frage gelöst. (auch hier wieder kein Wort darüber, daß all diese Maßnahmen, wie schon in der Tschechei, eklatante Verstöße gegen das Völkerrecht darstellten, welche von allen Alliierten, vor allem von der Sowjetunion, geduldet und gestützt wurden, denn auch schon damals wurde die Politik in Warschau und Prag von Moskau aus gelenkt.
Und erneut schamhaftes Verschweigen, daß auch die Sowjetunion genauso mit den Deutschen im von ihr verwalteten ehemaligen Gebiet Königsberg, heute Kaliningrad, umgesprungen ist – d.Ü.)

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Ungarn und Jugoslawien

Ungarn war im Zweiten Weltkrieg ein Verbündeter Deutschlands gewesen. In Ungarn Deutscher zu sein, war sehr vorteilhaft gewesen und alle, die dazu Gründe hatten, hatten ihren Nachnamen in deutsche verwandelt und gaben in den Fragebögen deutsch als Muttersprache an.

Alle diese Leute fielen unter die im Dezember 1945 ausgegebene Anweisung „Über die Deportation der Volksverräter“. Ihr Eigentum wurde vollständig konfisziert. Nach verschiedenen Bewertungen wurden zwischen 500 und 600 Tausend Menschen deportiert.

Vertrieben wurden auch die ethnischen Deutschen aus Jugoslawien und Rumänien. Insgesamt wurde nach Angaben der deutschen gesellschaftlichen Organisation „Bund der Vertriebenen“, welche alle Deportierten und deren Nachkommen vereint (15 Mio. Mitglieder) nach Beendigung des Krieges zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche aus ihren Häusern vertrieben. Und auch für jene, die lebend das Vaterland erreichten, hatte der Alptraum mit dem Grenzübertritt noch kein Ende.

In Deutschland

Die aus den Ländern Osteuropas Deportierten wurden aus alle Länder des Gebietes aufgeteilt. Es gab kaum Regionen, in denen der Anteil der Repatriierten unter 20% der Anzahl der örtlichen Bevölkerung blieb. In einigen Kreisen waren es bis zu 45%.

Heute ist es für viele der Lebenstraum, nach Deutschland als Flüchtling zu kommen. Ein Flüchtling bekommt finanzielle Unterstützung und ein Dach über dem Kopf.

Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts war das nicht so. Das Land war zerstört und ausgeplündert. Die Städte lagen in Trümmern, es gab keine Arbeit im Land, man konnte nirgends wohnen, es gab keine Medikamente und nichts zu essen. (es gab auch noch nicht die heutige Vollkasko-Versorgungsmentalität, man packte halt an so gut es ging – d.Ü.)

Wer waren diese Flüchtlinge?

Die gesunden Männer waren an der Front gefallen, und wer heilgebleiben war, befand sich in den Kriegsgefangenenlagern. (und in den oben beschriebenen Arbeitslagern der Polen und Tschechen – d.Ü.) Es kamen also Frauen, Alte, Kinder, Invaliden. Sie alle waren sich selbst überlassen und jeder überlebte so gut er konnte. (nun, ganz so düster sah es nicht für alle Flüchtlinge aus: in den einigermaßen unzerstört gebliebenen Gebieten wurden die Flüchtlinge zwangsweise in den Häusern der Stammbevölkerung untergebracht – so ganz haben die „Reichsdeutschen“ damals ihre Landsleute nicht im Regen stehen lassen – d.Ü.)
Viele begingen angesichts einer fehlenden Perspektive Selbsttötungen. Wer überlebte, merkte sich diesen Alptraum für immer.

Die „besondere“ Deportation

Nach Angaben der Vorsitzenden des „Bundes des Vertriebenen“ Erika Steinbach verlor das deutsche Volk durch die Deportation der deutschen Bevölkerung aus den Ländern Osteuropas 2 Millionen Menschen. Das war die größte und schlimmste Deportation des 20. Jahrhunderts.

Allerdings ziehen auch die offiziellen Machthaber in Deutschland selbst es vor, sich daran nicht zu erinnern. (warum wohl? – d.Ü.) Im Verzeichnis der deportierten Völker stehen dort Krimtataren, Kaukasus-Völker und Balten sowie Wolgadeutsche.

Dagegen wird über die Tragödie der über 10 Millionen Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg deportiert wurden, geschwiegen. Mehrfache Versuche des „Bundes der Vertriebenen“, ein Museum und ein Denkmal für die Opfer der Deportation zu schaffen, treffen ständig auf die Gegenwirkung der Machthabenden.

Was Polen und Tschechien betrifft, so sehen diese Länder bis heute ihre Handlungen nicht als ungesetzlich an und denken gar nicht daran, irgendwelche Entschuldigungen zu äußern und Reue zu zeigen.

Die europäische Deportation gilt nicht als Verbrechen.

Quelle: Источник

Gelesen bei: http://brd-schwindel.org

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