Die DDR war doch nur halb so schlimm wie das Merkel – Regime

 

Solche Sätze hört man in der letzten Zeit immer häufiger – kein Wunder, nachdem nun hochoffiziell eine Ex-Stasi IM im Auftrag des Justizministers Jagd auf besorgte Bürger macht. Als Wessi kann ich da natürlich nicht mitreden, oder doch?

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DDR Straßenbild mit Trabi – Foto: stocktributor / 123RF Lizenzfreie Bilder

Lange vor der Wende hatte ich das Glück, bei einem Besuch einer DDR – Familie im thüringischem Hildburghausen mit dabei sein zu können, ich war 13 oder 14 Jahre alt. Direkt nach der Grenze schien es mir, ich sei plötzlich durch ein Zeitportal gefahren und befände mich in einem dieser Schwarzweißfilme aus der Nachkriegszeit. Irgendwie sah dort drüben alles so aus, als hätten die Trümmerfrauen noch Mittagspause. Statt Coca-Cola Werbeplakate hingen da solche Sprüchetafeln, die dem Bruderstaat, der Sowjetunion gewidmet waren. Die Wartburg in Eisenach und eine Runde Kugel-Eis nach einem Besuch des Spielzeugmuseums in Suhl standen auf dem Programm, endeten aber mit einer Enttäuschung. Kugel-Eis war leider alle. Ich zählte sämtliche Eissorten auf, die man in einer westdeutschen italienischen Eisdiele bekommen hätte und musste immer wieder schildern, wie denn so eine echte Coca-Cola schmeckt. Diese bescheidenen Wünsche blieben unerfüllt. An eine Flasche West-Cola hatte niemand gedacht, nur das mitgebrachte damals beliebte Apfel-Shampoo aus dem Discounter sorgte für ein ausgleichendes Lächeln.

Nach einer Woche war der Aufenthalt in der grauen Ostzone vorbei – ich fühlte mich wieder frei. Wie dumm von mir!

Als dann die Wende so plötzlich und unerwartet über ganz Deutschland herein brach, leistete ich meinen Zivildienst in einer Nervenklinik ab. Ich gehörte zu den Angeschmierten, die sogar zwanzig Monate Dienst schieben mussten, weil ich den Stichtag um einen Monat verpasste, als der Wehrdienst wegen der Einheit auf 12 Monate verkürzt wurde und der Zivildienst nur noch 15 Monate dauern sollte. Das führte dazu, dass ein Zivi, der nach mir angefangen hatte, zwei Monate vor mir Dienstende hatte. Meine Abfindung aber wurde zusammen gekürzt. Von solch bürokratischer Willkür hatte man uns in der Schule immer erzählt, wenn es um die DDR ging.

Dann durfte ich wieder als Angestellter mein Geld „verdienen“, musste aber den Soli zahlen, dabei hatte doch Kohl zuvor gesagt, es werde keine Steuererhöhungen für die Westdeutschen geben. Wir wurden nicht gefragt, ganz wie die Menschen in der DDR all die Jahre lang.

Diese erzwungene Solidarität machte es nicht leichter zwischen Ost und West, das sich in Besserwessis und Meckerossis zu teilen schienen, wobei das Fernsehen und die Zeitungen einen großen Anteil hatten. Ich war dafür nicht empfänglich, als sich die ersten Arbeitskollegen und Nachbarn von drüben einfanden.

Wo blieb denn die vom „provisorischen“ Grundgesetz versprochene Verfassung nach der „Wiedervereinigung“ von der man uns in der Schule immer erzählt hatte? War das nicht wieder ganz so wie in der DDR, wie man mit den 2+4 Verträgen das Volk erneut überging?

Und dann, nach dem Ende der Ära Kohl, geschah wieder so etwas. Die sich bis dahin als lupenreine Pazifisten gerierenden Grünen schickten als Juniorpartner der Sozialdemokraten die ersten Soldaten von deutschem Boden aus in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach Jugoslawien. War das nicht zum ersten Mal sogar etwas, was noch schlimmer war, als in der DDR? Immerhin ging von diesem Land nie ein Krieg aus.

Auf die Währungsunion von Ost- und Westmark folgte der Euro. In anderen Ländern konnte man darüber abstimmen, die Deutschen wurden ein weiteres Mal verkohlt. Über Nacht verdoppelten sich so manche Preise, die Medien begannen eine bis dahin beispiellose Propagandaschlacht und rechneten jedem Eurokritiker vor, dass ein Euro für eine Kugel Eis wegen der Inflation eigentlich nur die Hälfte von einer D-Mark ist. In die Beispielwarenkörbe wurden dann noch andere Produkte als Kuckucksei platziert, wie etwa Brautkleider und Konfirmationsanzüge, und schon stimmte der Durchschnitt. War das nicht wieder so ein Taschenspielertrick ganz nach Art der SED Funktionäre, die den Ossis erklärten, dass ein Trabbi in Wahrheit viel viel besser sei als ein VW-Golf?

Und wie war das am Arbeitsplatz? In den Neunzigern begann man im sozialen Bereich und der Krankenpflege das sogenannte Qualitätsmanagement, anfangs noch TQM (Total Qualitiy Management) genannt, einzuführen. Pflegepläne, umfangreiche Dokumentation, Förderziele und immer mehr Fortbildungen, Arbeitsgruppen und alle möglichen „Sonderbeauftragten“ wurden auf Verlangen der Kostenträger dem Personal aufgedrückt, wodurch sich die Kapazitäten für die reinen Betreuungs- und Pflegezeiten verkürzten. Hier zeigte sich der Unterschied zwischen Ost- und Westsozialisierten im Umgang mit diesen planwirtschaftlichen Errungenschaften. Die einen ließen sich von den Büroideologen anstecken, winkten doch zahlreiche Belohnungen in Form von noch mehr Kaffee trinken als Auszeit vom tristen Arbeitsalltag und das Gefühl, als QM-Beauftragter besonders wichtig zu sein. Die Ossis nickten den Mist nach oben ab, trugen irgendeinen Standardmist in die selten realitätsnahen „Pläne“ ein, die Wessis haben bis heute nicht gerafft, dass sich niemand für ihre mühevoll aus dem Hirn gepressten und gendergerecht formulierten Ausarbeitungen interessiert. Sie führen gewissenhaft ihre Beobachtungsbögen für verhaltensauffällige Kinder in der Schule und tragen genauestens jedes Milligramm Ritalin ein, das sie den Zappelphilippen verabreichen und jammern in der Supervision darüber, dass sie keine Zeit für die Problemfälle haben.

Da nicht selten so mancher engagierte Begleiter unter „Burn out“ leidet, völlig verzweifelt ist, weil er mit seinem Zeitmanagement einfach nicht klar kommt, braucht er selbst professionelle Begleitung durch Fachleute, die sogenannten Fachberater, Supervisoren, Teambegleiter und wie sie sich alle nennen. Eine Zeitlang habe ich auf genau so einer Stelle gearbeitet. Es dauert, bis man erkennt, dass man an allen Stellen des Systems kein bißchen zum Wohle aller Beteiligten ändern kann, wie es immer so schön heißt, wenn das System das Problem ist. Meckerossis haben das sehr schnell nach der Wende erkannt.

Heute sind die Regale in den Supermärkten immer noch voll, voller als zu DDR Zeiten, dafür aber werden die Taschen immer leerer, die Straßen immer löchriger, die Innenstädte immer gleicher, trotz aller Vielfalt unterscheidet sich Köln nur noch am Dom von Düsseldorf und selbst Paris sieht an den meisten Stellen nicht anders aus als Duisburg Rheinhausen.

Statt Sudel-Ede vom Schwarzen Kanal gibt es einen klebrigen Klaus im ZDF, in der ARD eine Halali brüllende Dunya und eine ganze Riege drittklassiger Schauspieler, die für eine Rolle im Traumschiff ihre Seele verkaufen, wie Heinrich George für Jud Süß.

In den wenigen Konzernen, die noch ansatzweise etwas produzieren, haben die kryptosozialistischen Ideologen ganze Arbeit geleistet – wer sich systemkritisch äußert, wird angeschwärzt und muss um seinen Job fürchten. In der DDR drohte im schlimmsten Fall Bautzen, in der Merkel BRD droht Hartz 4 und neuerdings Zwangsrente. Wer tief im System als Beamter seine Arbeit gar zu ernst nimmt, landet ganz wie zu DDR Zeiten auch schon mal in der Psychiatrie, wodurch er dann kostengünstig von seinem Dienstherrn entsorgt wird. „Paranoid querulatorische Persönlichkeitsstörung“ ist in diesen Fällen die Lieblingsdiagnose der Amtsärzte, in Bautzen hatte man eine Abteilung für „besserungsunwillige Häftlinge.“

Mit Beginn der „Finanzkrise“ verfasste ich für ein mittlerweile eingestampftes Portal einen Artikel mit der Überschrift: „Die schleichende DDR-isierung der BRD“  und machte mich über die Leute lustig, die gegen den „Kapitalismus“ und für „Solidarität“ mit „den“ Griechen demonstrierten. Wer die EZB und den viel diskutierten, aber nie verstandenen ESM nicht als Umverteilungsinstrumente begreift und für seine „eigene“ Enteignung auf die Straße geht, der hat schon lange vorher sein Selbst verloren.

Die heutige „Asylkrise“ ist die logische Fortsetzung dieses Zeitgeistes, der viel mehr Menschen zu täuschen vermag, als es die Funktionäre in der DDR vollbrachten. Es gibt eben keinen Gegenentwurf zu diesem westeuropäischen Gesamtwahnsinn, den man heimlich betrachten könnte wie das Westfernsehen, keine Mauer, die den Blick versperrt, aber das Dahinter nur begehrenswerter erscheinen lässt – nur noch grenzenlose Dummheit.

Gelesen bei: http://opposition24.com

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2 Kommentare zu “Die DDR war doch nur halb so schlimm wie das Merkel – Regime

  1. Pingback: DDR II – luegenbaroness

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